„In Bewegung bleiben, von Gott bewegt“

Weihbischof Dr. Rainer Woelki (Erzbistum Köln) feierte am 23. Mai mit zahlreichen Gläubigen und Teilnehmern der MOVE 2010 in der Pfarrkirche St. Antonius (Düsseldorf- Oberkassel) die hl. Messe am Pfingstsonntag.

Sich neu vom Heiligen Geist erfüllen lassen

Wir durchleben „schwere Zeiten“ – darauf verwies Weihbischof Woelki während seiner Pfingstpredigt gleich zu Beginn mit eindringlichen Worten. Unumwunden thematisierte er die ausgelöste Unglaubwürdigkeit „aufgrund des Versagens von Menschen, Institutionen und Ordensgemeinschaften“. Doch was tun?, fragte Woelki die Gläubigen im vollen Gotteshaus. „Sich neu vom Heiligen Geist erfüllen lassen… sich neu entflammen lassen… sich öffnen für seinen Geist, den Heiligen Geist“, auf dem Weg der Umkehr und Sühne, der Wahrheit Jesu Christi, gab der Weihbischof sich und allen Anwesenden gleichsam zur Antwort.

Doch auch andere Probleme hätte die Kirche schon länger, so die Bestandsaufnahme des Bischofs: „Uns fehlte die Überzeugung, dass wir eine Mission haben“. Oft wäre den Menschen in der Kirche die Sprache abhanden gekommen, es hätte sich das Gefühl verbreitet, nichts mehr würde zünden, als ob das Feuer in uns abgedeckt wäre. Dabei will uns der Heilige Geist auch heute entflammen, sein „Feuer brennt, leuchtet und wärmt“ den Menschen, und dieses Pfingstfeuer sei keine Metapher, führte Woelki weiter aus. Daraus leite sich auch das Verständnis von Mission ab, erläuterte der Weihbischof ferner: „Christus soll durch mich erstrahlen, in allem was ich sage und tue“. In Menschen mit einer solchen Ausstrahlung realisiere sich Mission. Schließlich hätte auch eine verbreitete „Gebetsvergessenheit“ das Immunsystem der Kirche über lange Zeit geschwächt.

„Heil und Leben“

Mission steht in Bezug zu einer „Leidenschaft für Gott, das Evangelium und die Menschen“, und deshalb könne Religion auch nicht „als Privatsache oder Diskussionbeitrag neben anderen“ verstanden werden, führte Bischof Woelki im zweiten Teil seiner Predigt aus; ginge es dieser doch um „Heil und Leben“ des Menschen.

Vor diesem Hintergrund – ermutigte Woelki die Anwesenden – sollen wir uns „nicht entmutigen lassen vom Blick auf einen Teil der Kirche! […] Die Feuer und Flamme sind, strahlen auch heute aus“. Am Ende seiner Predigt richtete sich der Weihbischof noch einmal besonders an die Teilnehmer der diesjährigen Jugend- und Familienbegegnung, MOVE: „In Bewegung bleiben, von Gott bewegt, was er in uns in Bewegung gebracht hat, weitergeben!“ Denn Gott hat uns nicht allein gelassen, dem dürfen wir vertrauen, dafür stehe das heutige Fest, Pfingsten.

 
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